Ein fehlerhaftes Update, ein Hack, ein verklickter Datenbank-Befehl — ohne Backup ist die Arbeit von Jahren in Sekunden weg. Wer seine WordPress-Website ernst nimmt, sichert sie regelmäßig und an einem zweiten Ort. Diese Anleitung zeigt die fünf sichersten Methoden, ein WordPress-Backup zu erstellen, plus die Wiederherstellung im Ernstfall.
Kurz zusammengefasst: Ein vollständiges WordPress-Backup besteht immer aus zwei Teilen: den Dateien (Themes, Plugins, Uploads) und der Datenbank (Inhalte, Einstellungen). Es gibt fünf Wege: manuell per FTP und phpMyAdmin, per Backup-Plugin wie UpdraftPlus, über die Backup-Funktion des Hosters, automatisiert über einen Wartungsvertrag — und im Notfall die Wiederherstellung. Faustregel ist die 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 verschiedene Medien, 1 externe Kopie. Für die meisten Website-Betreiber ist ein automatisiertes Backup im Wartungsvertrag die sicherste und entspannteste Lösung.
Warum ein WordPress-Backup unverzichtbar ist
WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites weltweit — und genau das macht das System zum beliebten Angriffsziel. Doch der häufigste Grund für Datenverlust ist gar nicht der Hacker, sondern der Alltag: ein Plugin-Update, das die Seite weißbluten lässt, ein PHP-Versionssprung beim Hoster, ein versehentlich gelöschter Beitrag oder eine Datenbank, die nach einem fehlgeschlagenen Import nicht mehr lädt.
In all diesen Fällen entscheidet eine einzige Frage über Stunden oder Minuten Ausfall: Existiert ein aktuelles, funktionierendes Backup? Wer ein sauberes Backup hat, spielt es zurück und ist in zehn Minuten wieder online. Wer keines hat, baut im schlimmsten Fall alles neu auf. Seit 2014 betreuen wir unter der Marke WordPress Wartung inzwischen über 299 Websites — und in fast jedem ernsten Zwischenfall war es das Backup, das den Tag gerettet hat.
Bevor wir zu den Methoden kommen, ein wichtiger Grundsatz: Ein WordPress-Backup besteht immer aus zwei Komponenten. Die Dateien liegen im Verzeichnis Ihrer Website (vor allem wp-content mit Themes, Plugins und Uploads). Die Datenbank enthält alle Texte, Seiten, Kommentare, Benutzer und Einstellungen. Sichern Sie nur eines von beiden, ist das Backup wertlos. Erst beide zusammen ergeben eine vollständige Kopie.
Ein zweiter Grundsatz wird oft übersehen: Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup, sondern eine Hoffnung. Erst der getestete Restore beweist, dass die gesicherten Daten vollständig und lesbar sind. Wir empfehlen jedem Betreiber, mindestens einmal pro Quartal eine Wiederherstellung auf einer Test-Umgebung durchzuspielen — so merken Sie rechtzeitig, wenn etwa eine beschädigte Datenbankdatei stillschweigend gesichert wurde. Die folgenden fünf Methoden decken den gesamten Bogen ab: vom vollständig manuellen Vorgehen bis zur betreuten Komplettlösung.
1. Manuelles Backup: Dateien per FTP, Datenbank per phpMyAdmin
Die manuelle Methode ist die gründlichste und macht Sie unabhängig von jedem Plugin. Sie ist etwas technisch, aber jeder, der einen FTP-Zugang bedienen kann, schafft sie. Sie erstellen dabei die zwei Bestandteile getrennt.
Schritt A — Dateien per FTP sichern
- Verbinden Sie sich mit einem FTP-Programm wie FileZilla zu Ihrem Server. Die Zugangsdaten (Host, Benutzer, Passwort) finden Sie im Kundenbereich Ihres Hosters.
- Navigieren Sie zum Wurzelverzeichnis Ihrer WordPress-Installation — meist
httpdocs,public_htmloderwww. - Markieren Sie alle Ordner und Dateien (vor allem
wp-content, dazuwp-config.phpund die.htaccess). - Laden Sie alles in einen lokalen Ordner herunter. Bei großen Mediatheken kann das einige Zeit dauern — lassen Sie die Verbindung offen.
Schritt B — Datenbank per phpMyAdmin exportieren
- Öffnen Sie phpMyAdmin über Ihr Hosting-Panel (Plesk, cPanel o. ä.).
- Wählen Sie links die Datenbank Ihrer Website aus. Welche das ist, steht in der
wp-config.phpunterDB_NAME. - Klicken Sie oben auf den Reiter Exportieren, wählen Sie die Methode Angepasst und das Format SQL.
- Aktivieren Sie die Option zum Komprimieren (gzip), damit die Datei kleiner wird, und starten Sie den Export. Sie erhalten eine
.sql-Datei.
Bewahren Sie beide Pakete — den Datei-Ordner und die SQL-Datei — gemeinsam und datiert auf, etwa backup-2026-06-15. Nur zusammen sind sie ein vollständiges Backup.
Aufwand: hoch. Automatisch: nein. Für wen: technisch versierte Betreiber, die volle Kontrolle wollen oder ein Backup ohne zusätzliches Plugin brauchen.
2. Backup-Plugin: Der bequeme Klassiker (UpdraftPlus & Co.)
Für die meisten Website-Betreiber ist ein Backup-Plugin der einfachste Einstieg. Es sichert Dateien und Datenbank in einem Durchgang und kann die Pakete automatisch in eine externe Cloud schieben. Der bekannteste Vertreter ist UpdraftPlus; gute Alternativen sind BackWPup und Duplicator.
So richten Sie UpdraftPlus ein:
- Installieren Sie das Plugin unter Plugins → Installieren und aktivieren Sie es.
- Öffnen Sie Einstellungen → UpdraftPlus Backups.
- Stellen Sie im Reiter Einstellungen einen Zeitplan ein — etwa Dateien wöchentlich, Datenbank täglich.
- Wählen Sie einen externen Speicherort: Google Drive, Dropbox, Amazon S3 oder einen eigenen Server. Das ist der entscheidende Schritt — ein Backup auf demselben Server hilft bei einem Server-Ausfall nicht.
- Klicken Sie auf Jetzt sichern, um den ersten Lauf zu testen, und prüfen Sie, ob die Dateien im Zielspeicher ankommen.
Ein häufiger Fehler: Das Plugin läuft, aber niemand kontrolliert die Logs. Wenn ein Backup wochenlang stillschweigend fehlschlägt — etwa weil das Cloud-Token abgelaufen ist oder der Speicher voll war — merkt man es erst, wenn es zu spät ist. Planen Sie also eine regelmäßige Sichtprüfung ein. Ein zweiter Stolperstein bei Plugins: Sehr große Websites überschreiten manchmal das PHP-Zeitlimit des Servers, sodass das Backup abbricht. In solchen Fällen hilft es, die Datei- und Datenbank-Sicherung zeitlich zu trennen oder das Limit serverseitig anzuheben.
Aufwand: gering bis mittel. Automatisch: ja, nach Einrichtung. Für wen: Betreiber, die selbst Hand anlegen, aber nicht ins FTP wollen.
3. Hoster-Backup: Bequem, aber mit Tücken
Viele Hoster bieten eigene Backups an, teils automatisch im Tarif enthalten. Über das Panel (Plesk, cPanel oder ein eigenes Interface) lassen sich oft tägliche Snapshots erstellen und mit einem Klick zurückspielen. Das ist komfortabel — hat aber drei Haken, die man kennen muss.
- Speicherort: Hoster-Backups liegen meist auf derselben Infrastruktur wie die Website. Geht der Server oder das Rechenzentrum down, ist unter Umständen auch das Backup betroffen. Das verletzt die externe Kopie der 3-2-1-Regel.
- Aufbewahrungsdauer: Oft werden nur die letzten Tage vorgehalten. Ein Schaden, der erst nach zwei Wochen auffällt (etwa eine schleichende Schadcode-Infektion), lässt sich dann nicht mehr sauber zurücksetzen.
- Granularität: Häufig kann man nur die komplette Website wiederherstellen, nicht einzelne Dateien oder eine einzelne Tabelle.
Unser Rat: Nutzen Sie das Hoster-Backup gerne als zusätzliche Sicherheitsebene — aber verlassen Sie sich nicht ausschließlich darauf.
Aufwand: sehr gering. Automatisch: ja, je nach Tarif. Für wen: als Ergänzung, nicht als alleinige Absicherung.
4. Automatisiertes Backup im Wartungsvertrag
Die entspannteste Variante: Jemand kümmert sich um alles — Einrichtung, Überwachung, externe Aufbewahrung und im Ernstfall die Wiederherstellung. Genau das ist Kern unserer WordPress-Wartungspakete. Backups sind in allen Paketen enthalten; die Frequenz steigt mit dem Paket bis hin zu täglichen Sicherungen und bis zu 20 vorgehaltenen Revisionen im Prime-Paket.
Der Vorteil gegenüber dem reinen Plugin: Es wird nicht nur gesichert, sondern auch kontrolliert. Schlägt ein Backup fehl, fällt das auf — nicht erst im Schadensfall. Und falls doch einmal etwas schiefgeht, spielt ein Mensch das Backup zurück, statt dass Sie unter Druck im phpMyAdmin nach der richtigen Tabelle suchen. Wer keine Lust auf FTP, Cloud-Konten und Log-Kontrolle hat, ist hier richtig. Wartungspakete starten bei 23,50 €/Monat.
Aufwand: kein eigener. Automatisch: ja, inkl. Überwachung. Für wen: Betreiber, die sich auf ihr Geschäft konzentrieren wollen statt auf Backup-Routinen.
Die fünf Methoden im Vergleich
| Methode | Aufwand | Automatisch? | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Manuell (FTP + phpMyAdmin) | Hoch | Nein | Für Technik-affine, volle Kontrolle |
| Backup-Plugin (UpdraftPlus) | Gering–mittel | Ja (nach Setup) | Solider Standard für Selbermacher |
| Hoster-Backup | Sehr gering | Ja (je Tarif) | Nur als Zusatz-Ebene |
| Wartungsvertrag | Keiner | Ja, inkl. Kontrolle | Sicherste Lösung für die meisten |
| Wiederherstellung | Variabel | — | Im Ernstfall: ruhig & systematisch |
5. WordPress-Backup wiederherstellen: Schritt für Schritt
Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellung. Wer nie testet, ob sich das Backup zurückspielen lässt, hat im Zweifel gar keines. So gehen Sie im Ernstfall vor.
Wiederherstellung per Plugin (z. B. UpdraftPlus)
- Öffnen Sie Einstellungen → UpdraftPlus Backups.
- Scrollen Sie zum Bereich Vorhandene Backups und wählen Sie das gewünschte Datum.
- Klicken Sie auf Wiederherstellen und wählen Sie die Komponenten (Datenbank, Plugins, Themes, Uploads).
- Bestätigen Sie und warten Sie, bis das Plugin meldet, dass die Wiederherstellung abgeschlossen ist.
Manuelle Wiederherstellung
- Dateien zurückspielen: Laden Sie den gesicherten Datei-Ordner per FTP zurück ins Wurzelverzeichnis und überschreiben Sie die vorhandenen Daten.
- Datenbank leeren: Öffnen Sie phpMyAdmin, wählen Sie die Datenbank, markieren Sie alle Tabellen und löschen (verwerfen) Sie sie. Achtung — vorher sicherstellen, dass das Backup vollständig ist.
- SQL importieren: Klicken Sie auf den Reiter Importieren, wählen Sie Ihre
.sql-Datei und starten Sie den Import. - Prüfen: Rufen Sie die Website und das
wp-adminauf. Stimmen diesiteurlundhomein der Datenbank nicht, passen Sie sie in der Tabellewp_optionsan.
Wenn die Seite nach einem Hack betroffen war, reicht reines Zurückspielen oft nicht — die Lücke muss geschlossen werden. Wie Sie dabei vorgehen, lesen Sie in unserem Leitfaden WordPress gehackt — was tun. Trat der Schaden nach einer Aktualisierung auf, hilft unser Artikel zu WordPress-Update-Problemen weiter.
Die 3-2-1-Backup-Regel verständlich erklärt
Die 3-2-1-Regel ist der Goldstandard der Datensicherung — branchenübergreifend, nicht nur bei WordPress. Sie lautet:
- 3 Kopien Ihrer Daten: das Original plus mindestens zwei Backups.
- 2 verschiedene Medien: nicht alles am selben Ort, z. B. Server plus Cloud-Speicher plus lokale Festplatte.
- 1 externe Kopie: mindestens ein Backup liegt physisch getrennt — eine andere Cloud, ein anderes Rechenzentrum, eine Festplatte zu Hause.
Der Sinn dahinter: Jedes einzelne Risiko — Server-Crash, Ransomware, gelöschter Cloud-Account — darf nie alle Kopien gleichzeitig treffen. Genau deshalb ist ein Backup, das nur auf demselben Server wie die Website liegt, gefährlich: Ein einziger Vorfall vernichtet beide. Die externe Kopie ist das Herzstück der Regel.
Ein praktisches Beispiel: Ihre Website läuft auf dem Server (Kopie 1, Original). Ein Backup-Plugin schiebt täglich eine Sicherung zu Google Drive (Kopie 2, anderes Medium, extern). Zusätzlich lädt Ihr Wartungsdienstleister wöchentlich ein Paket auf einen separaten Backup-Server in einem anderen Rechenzentrum (Kopie 3, zweites externes Medium). Damit ist die 3-2-1-Regel sauber erfüllt — selbst wenn Ihr Hoster komplett ausfällt, existieren noch zwei intakte, voneinander unabhängige Kopien.
Wie oft sollte man WordPress sichern?
Die richtige Frequenz hängt davon ab, wie oft sich Ihre Website ändert. Eine grobe Orientierung:
- Statische Visitenkarten-Website (selten Änderungen): wöchentlich genügt meist.
- Aktiver Blog oder Unternehmensseite (regelmäßig neue Inhalte): mindestens täglich für die Datenbank, wöchentlich für die Dateien.
- WooCommerce-Shop (laufend Bestellungen): mehrmals täglich oder in Echtzeit — jede verlorene Bestellung ist bares Geld.
Eine sinnvolle Faustregel: Sichern Sie so oft, dass Sie den Verlust zwischen zwei Backups verschmerzen können. Bei unseren Wartungspaketen steigt die Frequenz mit dem Paket bis hin zu täglichen Sicherungen und 20 vorgehaltenen Revisionen — so können Sie auch gezielt einen älteren, unbeschädigten Stand zurückholen.
Wo sollte man Backups aufbewahren?
Die wichtigste Regel lautet: extern. Ein Backup, das nur auf demselben Server wie die Website liegt, ist bei einem Server- oder Rechenzentrumsausfall genauso verloren wie das Original. Gute Aufbewahrungsorte sind:
- Cloud-Speicher wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3 — getrennt vom Webserver.
- Ein separater Backup-Server bei einem anderen Anbieter.
- Eine lokale Festplatte als zusätzliche, ganz unabhängige Kopie.
Beachten Sie bei personenbezogenen Daten in der Datenbank die DSGVO: Wählen Sie nach Möglichkeit Speicherorte innerhalb der EU und verschlüsseln Sie sensible Backups. Eine durchdachte, mehrstufige Aufbewahrung erfüllt die 3-2-1-Regel fast von selbst.
Häufige Fragen
Reicht ein Backup der Datenbank allein aus?
Nein. Die Datenbank enthält Texte und Einstellungen, aber keine Bilder, Themes oder Plugins — die liegen als Dateien im Verzeichnis. Ein vollständiges Backup braucht immer beide Teile: Dateien und Datenbank.
Wie lange dauert ein WordPress-Backup?
Das hängt von der Größe ab. Eine kleine Website ist in wenigen Minuten gesichert. Bei großen Mediatheken kann der erste Datei-Download länger dauern. Plugins und Wartungsverträge erledigen das im Hintergrund, ohne dass die Website langsamer wird.
Was kostet ein automatisiertes Backup?
Ein eigenes Plugin wie UpdraftPlus ist in der Basisversion kostenlos, erfordert aber Einrichtung und Kontrolle. Ein betreuter Wartungsvertrag inklusive Backup, Überwachung und Wiederherstellung startet bei uns bei 23,50 €/Monat — die Backup-Frequenz steigt je nach Paket.
Kann ich ein Backup von einer anderen Domain zurückspielen?
Ja, das ist beim Umzug üblich. Dabei müssen jedoch die URLs in der Datenbank angepasst werden (etwa siteurl und home in wp_options), sonst zeigt die Seite auf die alte Adresse. Plugins wie Duplicator oder ein Suchen-Ersetzen-Tool erledigen das automatisch.
Ihre nächsten Schritte
Damit aus diesem Artikel echte Sicherheit wird, setzen Sie heute drei Dinge um:
- Backup-Status prüfen: Wann wurde Ihre Website zuletzt vollständig gesichert — und liegt diese Kopie wirklich extern?
- Restore testen: Spielen Sie einmal probeweise ein Backup auf einer Test-Umgebung zurück. Nur ein getestetes Backup ist ein echtes Backup.
- Frequenz festlegen: Bestimmen Sie anhand Ihrer Änderungshäufigkeit, wie oft gesichert werden muss — und automatisieren Sie es.
Sie möchten sich nicht selbst um Backups, Kontrolle und Wiederherstellung kümmern? Wir übernehmen das seit 2014 für über 299 Websites. Schildern Sie uns kurz Ihre Situation über unsere Schnellanfrage oder per E-Mail an info@wordpresswartung.com — und Sie haben das Thema Datensicherung ein für alle Mal vom Tisch. Mehr über unser Angebot erfahren Sie auf unserer Startseite.